Gut zu wissen

Verzug bei Sperrholz

Holz als natürlicher Werkstoff kann unter bestimmten Voraussetzungen auf klimatische Einflüsse wie Luftfeuchtigkeit, Temperaturschwankungen u.a. mit Formveränderungen reagieren. Dies gilt auch für Sperrholz, da hier zusätzliche Faktoren; wie Spannungen oder Stärkentoleranzen in den einzelnen Furnierlagen bzw. Ungleichmäßigkeiten in der Verleimung zum Tragen kommen können. Probleme bezüglich des Plattenverzuges sind in allen Sperrholzwerken bekannt. Für die Planebenheit von Sperrholz gibt es jedoch keinerlei Sperrholznormen. Vielfältige Ursachen können Verzug hervorrufen. Hierbei ist insbesondere an die großen Temperaturunterschiede des Holzes im Verlauf der Produktion, sowie der unterschiedlichen klimatischen Bedingungen auf dem Transportweg, sowie bei der Einlagerung zu denken. Es können bislang keine Gesetzmäßigkeiten festgestellt werden, die zum Verzug von Sperrholz führen.Aufgrund der fehlenden Normen und der Unklarheit über die tatsächliche Ursache eines Plattenverzuges lehnen alle Sperrholzhersteller derartige Reklamationen ab. Dies entspricht der Praxis auf den europäischen, amerikanischen aber auch den asiatischen Sperrholzmärkten.

Eine Garantie für Verzugsfreiheit kann daher beim Sperrholz nicht gewährt werden.

Sperrholz im Außenbereich

Wir möchten darauf hinweisen, dass BFU 100 (wasser - und kochfest) verleimtes Sperrholz für die Verwendung im Außenbereich nur bedingt geeignet ist. Faktoren wie Witterungseinflüsse, Spannungen in den Furnierlagen, bzw. Leimfugen u.ä. können hier trotz Oberflächenbehandlung zum Arbeiten des Holzes, zur Rissbildung bzw. zur Delamilierung einzelner Schichten führen. Dies ist dann häufig kein "Verleimproblem", sondern ein klassischer Holzabriss in Folge zu hoher Spannungen, ausgelöst durch z.B. hohe Temperaturschwankungen, UV-Strahlung, u.ä. UV- und Witterungsbeständigkeit können nur durch Einsatz entsprechender Oberflächenbehandlungsmittel verbessert werden!

Verleimung

Bitte beachten Sie, dass sich die Beschreibung "wasserfest" und "witterungsfest" als technische Eigenschaften nur auf die Verleimung bezieht und „nicht“ auf den generell möglichen Einsatzzweck des jeweiligen Holzwerkstoffes. Zum Beispiel dienen Industriesperrhölzer, wie z.B. Elliottis Pine (C+/C), aufgrund ihres rustikalen Aufbaus und der eher einfachen Qualität der Furniere, eher optisch nur untergeordneten und konstruktiven Zwecken. Sie sind zwar durch Ihre „WBP“ Verleimung für einen zeitlich begrenzten Einsatz im Außenbereich geeignet. Eignen sich aber nicht für die Verwendung als lang zeitiges sichtbares und dekoratives Fassadensperrholz.

Entstehende Furnierrisse und auch sogenannte Furnierablösungen (Kürschner) in den Deckfurnieren stellen hierbei keinen Reklamationsgrund dar, da die Platten temporär ihre technische Eigenschaft weiterhin beibehalten.

Aufgrund extremer Witterungsverhältnisse im direkt bewetterten Außenbereich, wie z.B. durch hohe Temperaturunterschiede im Sommer mit einhergehender Nässeeinwirkung oder auch wechselnde Frost- und Nässeperioden im Winter, kommt es zu diesen furnierspezifischen Spannungen und Verformungen in den einzelnen Furnierlagen. Gerade in den Deckfurnieren und an den Kanten der Platten.

Für direkt bewetterte Holzfassaden aus Sperrholz sowie Sperrhölzer für Haustüren eignen sich nur sogenannte Garantiesperrhölzer, die bedingt durch einen speziellen Produktionsprozess und Verleimung die notwendigen Voraussetzungen mitbringen, um in diesem Bereich „garantiert“ eingesetzt werden zu können.

Ein Grundsatz für die Verwendung und Verarbeitung von Sperrholzwerkstoffen im Außenbereich ist generell der "konstruktive Holzschutz".

Die Verwendung und die Verarbeitung im direkt bewetterten Bereichen oder in Konstruktionen und Räumen, wo mit Staunässe sowie Tauwasserbildung zu rechnen ist, sollten die Arbeiten grundsätzlich nur von holzhandwerklichen Fachunternehmen ausgeführt werden oder mindestens die technische Ausführung im Vorfeld mit Fachleuten besprochen werden.

SHZ
Sperrholzzentrale Nord GmbH

Leipziger Str. 2, 27232 Sulingen

 

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